was? schon 2015

hallo freunde
irgenwie habe ich den jahreswechsel verschlafen.... jedenfalls auf meiner homepage.
da war doch noch der sturz vom drahtesesl jetzt die grippe und sonst noch so einiges was mich nicht gerade interaktiv stimmte.
vergessen habe ich aber die welt trotzdem nicht :-)

da sich am Bárðarbunga und im Nornarhaun nicht viel neues ereignethat, gibt es auch nicht soo viel von "zu hause" zu berichten, ausser dass die aktivität gering zurück ging und das lavafeld nun auf über 85km2 angewachsen ist. zudem ist strenger winter auf der insel mit schneestürmen, lavinenabgängen und unvorsichtigen touristen, die sich über besseres wissen der einheimischen und des wetter- und strassendienstes mehr zutrauen als es zulässt.

hier ist es winterlich und dank meiner inaktivität gibt es auch kaum neue bilder ausser das eine hier, dass mir sehr gut gefällt.

Bárðarbunga news 18. dezember

in der Nornarhaunspalte nördlich des Bárðarbunga wird es langsam ruhiger. die eruption lässt etwas nach und die lava fliesst nun auch durch tunnels unter dem lavafeld zu deren ende. das nachlassen kann aber auch nur eine kurzfristige beruhigung sein.
mittlerweile hat das neue lavafeld Nornarhaun eine grösse von 80km2. zum vergleich; das ist fast die 4fache fläche der stadt thun oder ungefähr die des thunersees und des brienzersees zusammen.

Foto: Ragnar Axelsson (RAX)

Der Zentralvilkan Bárðarbunga ist aber deswegen noch nicht entschärft. ein explosiver ausbruch ist selbst nach dem stillstand des spaltenvulkans im Nornarhaun möglich. obschon die seismische aktivität langsam nachlässt und beben mit der stärke über 5 seltener werden. auch das absenken der caldera verlangsamt sich in den letzten tagen.

Immer wieder tauchen sehr spektakuläre videos auf; unter anderm dieses hier

zehnter dezember

...es war einmal, nach langer, langer zeit, da zeigte sich nach dem ersten schnee frühmorgens ganz gespenstisch das dreigestirn. zwei kerle und eine jungfrau, noch ziemlich verschlafen - dunkel stehen sie da, wie viele jahrtausende zuvor. unbeweglich immer mit derselben miene. allerdings im gegensatz zu den tagen wochen und, man neigt fast zu sagen monate, nicht verschleiert. anscheinend getrauen sich die drei doch wieder ihr gesicht zu zeigen. eigentlich hätten sie gar nichts zu verbergen, denn jeder fremde der sie sieht, lässt ein halblautes wow über die lippen purzeln. und nicht wenige einheimische, mich eingeschlossen, sind von ihnen fasziniert. jetzt am ende des jahres, eben dann wenn der schleier mal gelüftet wird, und der erste schnee gefallen ist, werden die drei vom schönsten morgenrot geweckt. so auch heute.

und wenn sie nicht gestorben sind.... dann stehen sie auch noch im neuen jahr wie seit langer, langer zeit.

vermisst?

hallo freunde. es gibt stimmen, die sagen, man vermisse hier eitwas neues.
wie recht sie haben! im moment gibt es nicht viel neues, da erstens das wetter nicht mitmacht, und es somit vor der haustür kaum etwas fotgenes zu erahnen gibt. und zweitens ist die zeit nicht vorhanden, weiter als vor die haustüre zu gehen. durch die augenoperation stimmt meine brilleneinstellung nicht und da ich auf das abklingen der netzhautentzündung warte (das kann dauern), gibt es keine neuen gläser. mit schlecht eingestellter optik macht alles nicht so viel spass. arbeiten, lesen und islandbilder bearbeiten geht ganz prima aber ich will euch damit nicht überhäufen.

so warte ich auf den ersten schnee und hoffentlich etwas besseres licht dazu, dann gibt es hier auch wieder mal ein paar neue bilder.

habt geduld und schaut einfach wieder mal rein. übrigens die alte homepage mit vielen bildern ist immer noch aufgeschaltet. viel spass beim stöbern. zum beispiel hier

Bárðarbunga news 16.november

was geht "daheim" in der zwischenzeit? der vulkan Bárðarbunga hält die wissenschafter weiterhin auf trab, da sich nichts geändert hat in den letzten zwei-einhalb monate. regelmässige erdbeben über einer magnitude von 3 bis über 5 und ein konstantes absinken der caldera auf mittlerweile über 44 metern. sind zu beobachten.

bei der vulkanspalte am Holurhaun (Nornarrhaun) sind mittlerweile keine lavafontänen mehr sichtbar. der vulkankegel misst nun  eine höhe von rund 100 metern.
dafür hat sich in diesem kegel ein lavasee gebildet mit einer länge von 400 metern und einer breite von 100 metern. die lava ist noch immer sehr heiss. die temperatur beträgt gegen 1200°c. diese sehr flüssige lava, die sich über das alte lavafeld hinwegschiebt, hat schon eine fläche von 70m2 erreicht und drängt kontinuierlich gegen norden vor. wie sich dieser lavasee füllt wird für die wissenschafter langsam unerklärlich, da es eine neue theorie gibt. nämlich dass der see von einer sogenannten mantelplume gespiesen wird. was das genau ist? hier die antwort. dies aber würde der tatsache zuwiederlaufen, in der  die lavaförderung paralell zum absinken der caldera am Bárðarbunga entspricht.

sorge bereitet aber schwefeldioxydgas. der ausstoss dieses hochgiftigen gases ist ununterbrochen hoch und konstant. in den herbstmonaten konnte diese gas durch die wetterlage hoch in die atmosphäre aufsteigen und wurde dadurch verdünnt. nun aber kommt die tiefdrucklage des winterwetters und hält diese gase in bodennähe. wenn es regenet oder schneit wird das gas zu schwefelsäure umgewandelt und auf die weiden und fruchtfelder verteilt. dieser saure regen dringt in den boden ein und lässt das gras absterben. der extremste wert der in den letzten tagen gemessen wurde beträgt einen pH-wert von 3,2. alles unter pH 4 ist extrem sauer. 40% des gesammelten regenwassers wurden als sauer bezeichnet.

während des grossen vulkanausbruchs 1783 in der lakispalte, war genau das der grund für eine sehr grosse hungersnot. diese kostete mehr als die hälfte der schaf- und pferdebestände kostete und ein viertel der damaligen bevölkerung dahinraffte. 

zur erinnerung: der ausbruch an der lakispalte dauerte 8 monate und förderte 15km3 lava. wie lange die eruption im Holurhaun dauern wird, weiss niemand so genau. dauert aber auch schon 3 monate und hat schon über einen kubik-kilometer lave produziert. womit der jetzige vulkanausbruch der zweitgrösste der geschichte islands ist. 

Denke es bleibt spannend aber auch zunehmend besorgniserregend.